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Stadtnatur

Wegwarte und Königskerze blühen zwischen parkenden Autos, auf dem Balkon brüten Kohlmeisen im Nistkasten, auf Blühwiesen im Park summen Wildbienen und auf Gründächern im Gewerbepark gedeihen Mauerpfeffer und Co.
Stadtnatur bereichert das Leben in der Stadt.

Schon mehr als drei Viertel der Menschen in Deutschland leben in Städten. Vielfältiges naturnahes Grün bedeutet mehr Lebensqualität – und diese gilt es zu erhalten und zu stärken. Auf dieser Seite erfahren Sie, was in den urbanen Lebensbereichen getan werden kann – und wie Sie selbst zu mehr Stadtnatur beitragen können.

Zur Unterstützung der Kommunen bei der Erhaltung und Entwicklung von Stadtnatur hat das Bundesumweltministerium den Masterplan Stadtnatur entwickelt: ein 26 Punkte umfassendes Maßnahmenprogramm.

Die wesentlichen Eckpunkte des Masterplans werden vom BUND begrüßt: Stärkung des Artenschutzes an Gebäuden, insbesondere bei der dringend notwendigen Gebäudesanierung, kommunale Landschaftsplanung zur Sicherung von Natur in der Stadt und die Erweiterung des Bundesprogramms biologische Vielfalt. Zur Umsetzung dieser Maßnahmen sind jedoch ein verbindlicher Zeitplan und ausreichend Kapazitäten nötig, um unsere Städte fit für den Klimawandel zu machen und lebenswerte Innenstädte zu erhalten.

Stadtnatur ist vielfältig und schließt sowohl Parks und (Vor-)Gärten, Brachflächen und begrünte Dächer und Fassaden, als auch Lebensräume für Tiere und Pflanzen ein. Ebenso vielfältig sind die Funktionen: Grüne Freiräume sind Orte der Begegnung, des sozialen Zusammenhalts und der kulturellen Identität. Sie dienen dem Naturerleben, der Umweltbildung, der Erholung und der Bewegung und leisten so einen positiven Beitrag für Gesundheit und Wohlbefinden der Bevölkerung.

Als urbane grüne Infrastruktur besteht Stadtnatur aus natürlichen, naturnahen und auch gestalteten Freiräumen und bildet ein Netzwerk, das die sogenannten “Ökosystemleistungen” der Stadt sicherstellt und die biologische Vielfalt unterstützt. Als Teil dieser Leistungen binden städtische Naturräume beispielsweise Schadstoffe oder regulieren den Wasserhaushalt. Darüber hinaus spielt Stadtnatur eine immer wichtiger werdende Rolle in der Anpassung an den Klimawandel: Sie spendet etwa Schatten im Sommer, erzeugt Frischluft und hilft bei Starkregenereignissen.
Allerdings steht das urbane Grün unter Druck: Bebauung, energetische Sanierung von Gebäuden, Stadterneuerung und die anhaltende Flächeninanspruchnahme gefährden die vorhandenen Grünflächen und damit die Lebensräume von Tieren und Pflanzen.
Gleichzeitig bieten Städte ihrer Bevölkerung die Möglichkeit, eine lebenswerte Umwelt mitzugestalten und die Bürgerinnen dadurch zugleich für den Schutz von Natur und Umwelt zu gewinnen. In den Städten, wo der Siedlungsdruck am höchsten ist und die Flächeninanspruchnahme weiter zunimmt, können Stadtbewohnerinnen wesentlichen Einfluss auf die politische Gestaltung haben und sich bei der Entwicklung von Stadtnatur einmischen.

Zum Themenraum Biologische Vielfalt

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